Viele chronische oder unklare Schmerzen im Bewegungsapparat haben ihren Ursprung nicht in den Knochen oder Gelenken selbst, sondern in den umliegenden Faszien (Bindegewebe) und den darin verlaufenden peripheren Nerven. Wenn diese Nerven durch Fehlhaltungen, Überlastung oder Narben mechanisch bedrängt werden, reagieren sie mit Schwellungen und senden dauerhafte Schmerzsignale.

Wie funktioniert die Perineurale Injektionstherapie?

Die vom neuseeländischen Arzt Dr. John Lyftogt entwickelte Methode setzt genau hier an. Mittels einer niedrig dosierten, gewebefreundlichen Glucose-Lösung werden die betroffenen Nervenbahnen an den Faszienabgängen sanft umspült. Dies soll dazu beitragen:

  • Den Druck vom Nervengewebe zu nehmen (Abschwellung).
  • Die lokale Mikrozirkulation und den Stoffwechsel im Gewebe anzuregen.
  • Den chronischen Schmerzkreislauf direkt am Entstehungsort zu unterbrechen.

Ablauf der Behandlung

Die Anwendung erfolgt vollkommen ambulant in meiner Praxis in Gorleben. Da ich mit extrem dünnen Spezialnadeln arbeiten, ist die Injektion nahezu schmerzfrei und wird von Patienten als sehr schonend empfunden. Eine Sitzung dauert in der Regel nur wenige Minuten.

Um mit der Perineuraltherapie eine dauerhafte Schmerzlinderung zu erzielen, werden abhängig von dem Krankheitsbild mehrere Injektionen benötigt. Erfahrungsgemäß umfasst ein Behandlungszyklus je nach individuellem Befund und der Reaktionsweise des Gewebes mehrere Sitzungen, die meist in wöchentlichen Abständen durchgeführt werden. Der genaue Umfang wird stets individuell im persönlichen Gespräch abgestimmt.

Aufgrund der sehr dünnen Nadeln können auch Patienten, die „Blutverdünner“, z.B. Marcumar einnehmen, behandelt werden.

Wissenswertes & Medienberichte zur Therapie

Einen interessanten Einblick in die Praxis und die Hintergründe der perineuralen Injektionstherapie bietet ein redaktioneller Beitrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der Südwestrundfunk (SWR) hat in seiner Dokumentationsreihe „betrifft“ einen ausführlichen Bericht über neue Wege bei chronischen Schmerzen veröffentlicht. In den ersten 18 Minuten der Reportage wird die Methode der Zuckerspeise- bzw. Glucosetherapie anschaulich thematisiert. Hier können Sie die SWR-Dokumentation direkt auf YouTube ansehen:

*Hinweis: Bei den im Film gezeigten Beispielen handelt es sich um Einzelfallberichte und redaktionelle Beiträge des SWR. Die Perineurale Injektionstherapie gehört zu den Verfahren der alternativen Medizin. Sie ist von der Schulmedizin nicht vollumfänglich anerkannt, da wissenschaftliche Langzeitstudien zur Gesamtwirkung noch ausstehen. Die im Video dargestellten individuellen Verläufe lassen sich nicht pauschal auf jeden Patienten übertragen.

Hintergrundwissen

PIT ist eine natürliche Therapie, die chronische und akute Schmerzen behandelt, die durch Überlastung oder Verletzung von Faszien und den in ihren Bereich verlaufenden Nervenstrukturen, verursacht wurden. Bei der perineuralen Injektionstherapie wird eine spezielle Glucoselösung, die auf einen optimalen pH-Wert gepuffert wurde, direkt in den schmerzenden Bereich injiziert um die natürliche Geweberegulation am betroffenen Nervenabschnitt zu unterstützen und einen Impuls zur körpereigenen Regeneration zu setzen.

Voraussetzung ist die exakte Kenntnis der im Bereich der Faszien verlaufenden kleinen Nerven und deren potenziellen Schädigungsstellen.

Die behandelten Nerven können ihre Funktion wieder aufnehmen. Dadurch wird im von diesen Nerven versorgten Gewebe ein Heilungsprozess eingeleitet, so dass Überlastungsschäden oder Verletzungen von Faszien, Sehnen, Bändern und Gelenken abheilen können.